Archiv der Kategorie: Beforschung

Wiedervorlage: Herz-Kreislauf-Medikamente gegen MS?

Bereits im August 2009 wurde an der Ruhr-Universität über einen therapeutischen Effekt von ACE-Hemmern und Angiotensin-Rezeptor-Blockern auf den MS-Verlauf spekuliert. Jetzt gibt es zwei neue Meldungen zum Thema:
Dr. Riyi Shi von der Purdue University in Indiana berichtet, dass sich das Neurotoxin Acrolein in EAE-Mäusen durch den blutdrucksenkenden Wirkstoff Hydralazin teilweise neutralisieren lässt; via focus.
Dr. De-Hyung Lee vom Universitäsklinikum Erlangen erhält den Helmut-Bauer-Nachwuchs- preis. In seinen Studien belegte er unter anderem, dass Regulatoren des Blutdrucks Einfluss auf den Verlauf chronischer Entzündungsreaktionen haben. So könnten zukünftig einige der gebräuchlichen Blutdrucksenker wie ACE-Hemmer oder Sartane eine neue MS-Therapie- option darstellen; via uk-erlangen.
Also Leute, bevor ihr euch für abertausende Euro die Venen ballonieren lasst, versucht es doch lieber erst mal mit einem verschreibungsfähigen Blutdrucksenker.

ATL313 – vielversprechende Laborstudien

BOULDER Linda Watkins und ihre Kollegen von der University of Colorado wollten ursprünglich das Potenzial des Wirkstoffs ATL313 zur Behandlung ms-bedingter Schmerzen erforschen. Eine einzige Injektion des Entzündungshemmers stoppte im Tierversuch aber auch die Krankheitsprogression der Nager für mehrere Wochen.
ATL313 wirkt beruhigend auf entzündungsaktivierte Gliazellen und könnte so womöglich sogar die Reparatur geschädigter Nervenzellen begünstigen; via University of Colorado at Boulder.

Monoklonaler Antikörper BT-061 zeigt Potenzial

DREIEICH Die Biotest AG hat prägklinische Daten gewonnen, die auf das Potenzial von BT-061 zur Behandlung der Multiplen Sklerose hindeuten. Der Stoff bewirkt eine Aktivierung von regulatorischen T-Zellen, die von ms-erkrankten Menschen (nicht von Mäusen) stammen. Zur weiteren Forschung ist die Biotest AG dem Neu-Konsortium – die mit dem Super-MRT für’s UKE – beigetreten. Da gibt’s Fördergelder; via dgap-news.
Monoklonaler Antikörper – da sträubt sich mir das Fell. Warum nur?

Ocrelizumab

BASEL Der monoklonale Antikörper Ocrelizumab befindet sich derzeit in Phase II der klinischen Entwicklung zum MS-Therapeutikum. Zur Therapie der Rheumatoiden Arthritis befand sich das Zeug bereits in Phase III der Entwicklung. Die Studie wurde wegen tödlicher Nebenwirkungen abgebrochen [myelounge 08.03.2010] Hier ein Update zur aktuellen Studie. Tote gab’s noch nicht; via apotheker-zeitung.

Neuzugang im Immunzoo: Interleukin-37

«Wir hoffen, durch unsere Forschung neue Therapiemöglichkeiten zu entwickeln, die über den Wirkpfad von IL-37 helfen überschießende Immunreaktionen zu bremsen», sagt Privatdozent Philip Bufler vom Klinikum der Universität München. Und wir hoffen alle mit.
Keiner mag es, wenn man ihm sagt, dass es keine einfache Antwort gibt. Aber das ist es, was alle Forschung am Immunsystem zeigt. Das Ding ist groß und kompliziert und wir beginnen gerade erst, uns damit auseinanderzusetzen. Die Heilung der Multiplen Sklerose sollten sich die ,Heutigen’ im eigenen Interesse lieber aus dem Kopf schlagen. Interstellaren Raumflug wird’s auch irgendwann mal geben. Einen Flug nach Alpha Centauri buchen ich trotzdem nicht.

Mal wieder Stammzellen

BALTIMORE Eine Therapie mit autologen mesenchymalen Stammzellen konnte in einer kleinen Studie die Symptome von 15 MS-Patienten lindern (EDSS von 6,7 auf 5,9); via ärztezeitung.
Ich habe keine Ahnung, wie sich diese Meldung einordnen lässt. Bisher waren alle Stammzell- transplantationen ohne vorherige Chemo reiner Abzockhokuspokus
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