Ocrelizumab – mit uns können sie es ja machen

Der Zungenbrecher ist ein monoklonaler Antikörper gegen das Oberflächenprotein CD20 der B-Lymphozyten. Noch im Dezember 2009 berichteten die Entwicklungspartner Roche & Biogen Idec von ermutigenden Phase-II-Daten bei der Behandlung der MS (dpa-AFX).

Dass die Mabs starke Wirkung auf das Immunsystem, aber auch auf dessen Wirt haben, wissen Natalizumab-Patienten leidlich gut.
Tja, und diese Erkenntnis gilt offenbar auch für Ocrelizumab: Zur Therapie der Rheumatoiden Arthritis befand sich das Zeug nämlich bereits in Phase III der Entwicklung. Nun musste Roche die Studie abbrechen, denn während der Tests sind gehäuft schwerwiegende und opportunistische Infektionen aufgetreten. Sie verliefen teilweise tödlich. Bereits im Vorfeld hatte Roche zwei weitere Studien mit dem Wirkstoff ausgesetzt.
Na, kommt uns das irgendwie bekannt vor? Aber es kommt noch Ärger, denn zur Behandlung von Multipler Sklerose wird der Wirkstoff selbstverständlich weiter getestet.

Wir sind ein tapferes Volk (vermutlich durch modernste, weil wirkungslose Antidepressiva): Freudlose Diäten, tägliche Injektionen, blaues Zellgift und monoklonale Antikärper, abgerundet mit Plasmapherese, Stammzelltransplantation und Psychoanalyse, seit kurzem dazu noch ein paar Venenbohrungen in Polen. Alles, um das gelobte Land doch noch zu erreichen. Nur Mut.

3 Gedanken zu „Ocrelizumab – mit uns können sie es ja machen

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