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(Zell)Selbstmordprotein p53

Apoptose ist der durch Genexpression gesteuerte Zelluntergang. Die Opfer sterben einen stillen Tod, ganz ohne Entzndungsreaktionen. Reguliert wird der Vorgang durch das Protein p53. An der Philipps-Universitt Marburg haben Forscher an Krebszellen diese Regulationsmechanismen erforscht; via scinexx.
Da sptestens im sekundr progredienten Verlauf der MS die Apoptose die entscheidende Rolle zu spielen scheint, ist ihr Verstndnis vermutlich auch fr uns nicht ganz irrelevant. Irgendwelche Therapie-Vorschlge jenseits der blichen Gesnder-leben-Slze? Vitamin D und B oder vielleicht von hinten durch die Brust ins Auge?

MS ist durch Bluttest mglicherweise frhzeitig nachweisbar

TEL AVIV (the-jerusalem-post) Israelische Wissenschaftler haben neun Jahre alte Blutproben von Armeerekruten analysiert. Neun der Soldaten erkrankten lange nach ihrem Wehrdienst an Multipler Sklerose. Ihr Blut wies aber schon zum Zeitpunkt der Blutentnahme, also deutlich vor der MS-Diagnose, typische genetische Marker einer beginnenden Autoimmun- krankheit auf.
Professor Anat Achiron von der Tel Aviv University’s Faculty of Medicine glaubt daher, eine Methode entwickeln zu knnen, mit der sich die Krankheit schon viele Jahre vor dem Auftreten der ersten klinischen Symptome diagnostizieren liee – und Julie Stachowiak von ms-about.com fragt sich, wofr das denn berhaupt gut sein knnte.
Tscha Julie, die BT-Hersteller werden schon wissen, wozu so ein Test zu gebrauchen wre.

Gehirn als Myelinmllhalde – Antikrper zur Neuroregeneration

Im peripheren Nervensystem beseitigen spezielle Antikrper das geschdigte Myelin kranker Nervenzellen und ermglichen so deren rasche Regeneration. Nur im ZNS hat diese Mllabfuhr keine Arbeitserlaubnis. Ben Barres von der Stanford University School of Medicine wrde das gerne ndern: Nach einer akuten Hirnschdigung knnte man Patienten die fehlenden Antikrper direkt ins Gehirn injizieren und damit Mikrogliazellen zur Beseitigung defekter Myelinschichten bringen; via spektrumdirekt.
Unsere tgliche Hirninjektion gib uns heute.

Januskpfiger Antikrper: CD8+

SEATTLE Ein zweischneidiges Schwert bekmpft Viren und eigene Neuronen. Zumindest bei Musen scheint eine Infektion mit einem eigentlich harmlosen Virus (wieder mal Epstein-Barr) die Nagetier-MS einzuleiten, weil die krpereigenen Abwehrmanahmen sich gleichzeitig gegen den Erreger und die eigenen Hirnzellen richten.
Joan Goverman von der Washington State University und ihre Kollegen zeigen, dass Tiere mit einem bestimmten CD8+-T-Zelltyp betroffen sind, der nicht nur wie blich eine spezifische, sondern gleich zwei verschiedene Antigen-Rezeptoren auf seiner Oberflche trgt. Einer dieser Rezeptoren erkennt dabei ein bestimmtes Oberflchen-Antigen auf einem Virus, der zweite jedoch ein hirnspezifisches Myelinpeptid. Kreuzreaktionen; via spektrumdirekt.
Mglicher Therapieansatz? Erlanger Biologen gelang es, ein bakterielles Enzym zu identifizieren, das unerwnschte Zuckerseitenketten von den Antikrpern entfernt. Zumindest im Tierversuch ist die Methode erfolgreich; Informationsdienst Wissenschaft.
[Ji, Q. et al.: Viral infection triggers central nervous system autoimmunity via activation of CD8+ T cells expressing dual TCRs. In: Nature Immunology 10.1038/ni.1888, 2010.]

Kanadische Stammzellstudie erfolgreich abgeschlossen

Ob die autologe Knochenmarktransplantation als Multiple-Sklerose-Therapie geeignet ist, sollte eine Langzeitstudie an der University of Ottawa klren. Die Untersuchung begann im Oktober 2000 und hat jetzt ihren Endpunkt erreicht. Die detaillierten Studienergebnisse werden im Laufe des Jahres prsentiert; via ms-news channel.
Einen chronologischen berblick ber diese Untersuchung hatte ich mir bereits im November 2008 verschafft. Schon damals zeigte sich, dass vor allem Neuerkrankte von der riskanten Behandlung profitierten. Dagegen litten vier Patienten mit hohem Behinderungsgrad trotz ihres neuen Immunsystems weiter unter einer leichten Krankheitsprogression: Knochenmarktransplantation als Multiple-Sklerose-Therapie?
Der rein immunologische Behandlungsansatz hat offenbar Grenzen.

Epstein-Barr-Virus doch unschuldig?

Immer wieder gert der Erreger des Pfeifferschen Drsenfiebers unter Verdacht, an der Entstehung der Multiplen Sklerose beteiligt zu sein (myelounge Mrz 2010).
Doch die Beweislage ist wage und schnell taucht anderenorts Entlastungsmaterial auf. An der University of Colorado haben Forscher die Rckenmarksflssigkeit und das Hirngewebe von MS-Patienten analysiert. Sie konnten kaum EBV-Viren-DNA in den Proben nachweisen; via neurology April 2010. Ping … Pong.